Vom Standard zur KI-gestützten Maßanfertigung: Onlineshop-Plugins für jeden Use Case

Im Gastbeitrag erklärt Dominik Krebs, Gründer und Geschäftsführer der E-Commerce Agentur NETZKOLLEKTIV GmbH, wann und für wen sich die individuelle Erstellung von Plugins lohnt und welche Vorteile vorgefertigte Plugins mit sich bringen.

Standardlösungen im E-Commerce: Stärken und Schwächen fertiger Plugins

Plugins als funktionales Rückgrat moderner Online-Shops

Im E-Commerce können Plugins viele Funktionen übernehmen, die Händlerinnen und Händlern das Leben erleichtern, die Customer Journey der Kundinnen und Kunden verbessern oder einfach essenzielle Features eines Online-Shops in der Praxis nutzbar machen. So gibt es etwa Plugins, die die Zahlungsabwicklung im Shop integrieren oder solche, die die Möglichkeit zur Analyse von Verkäufen, Klicks und weiteren wichtigen Daten eröffnen. Auch Marketingtools, etwa zum Retargeting, basierend auf Klicks oder zurückgelassenen Warenkörben oder Kundenservice-Funktionen, die Kundinnen und Kunden das Einkaufserlebnis angenehmer und einfacher machen, sind durch Plugins unkompliziert dem Shop hinzuzufügen.

Warum Plugins für Händler unverzichtbar geworden sind

Für Shop-Betreiber sind Plugins also ein wichtiger Teil ihres Online-Auftritts. Doch bei der Suche nach den passenden Features stellt sich die Frage, ob man auf fertige Plugins setzen sollte, die direkt von den Shopsystemen oder von anderen externen Anbietern bereitgestellt werden, oder ob man eine individuelle Plugin-Entwicklung anstreben sollte. Denn mit der Unterstützung durch KI geht diese deutlich schneller von der Hand als noch wenige Jahre, wenn nicht Monate zuvor. Dadurch ist sie nun auch nicht mehr nur Expertinnen und Experten vorbehalten.

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Entwicklerinnen und Entwickler sorgen dafür, dass Plugins zuverlässig funktionieren und zu deinem Business passen.

Fertig oder individuell erstellt? Welche Plugins sind die richtigen für mich?

Fertige Plugins haben gegenüber selbst erstellten zunächst vor allem einen entscheidenden Vorteil: Sie wurden bereits umfangreich getestet und haben sich im Praxiseinsatz bewiesen. Daher berücksichtigen sie auch längst Anforderungen, an die man selbst vielleicht erst später gedacht hätte. Da die Plugins von externen Anbietern meist in Abomodellen bereitgestellt werden, sorgen diese außerdem dauerhaft dafür, dass die Ergänzungen zum Shop regelmäßig gewartet und weiterentwickelt werden. Als Händlerin oder Händler muss man dann allerdings für diese Abos auch gewisse Kosten tragen, selbst wenn gar keine Änderungen vorgenommen werden.

Wenn Standard nicht passt: Grenzen und individuelle Anpassung

Während die fertigen Plugins zwar notwendige Funktionen haben, die man selbst zunächst nicht auf dem Schirm hatte, kann es natürlich genauso sein, dass Plugins Funktionen beinhalten, die für den Einsatzbereich überhaupt nicht benötigt werden. Auch ist es möglich, dass dem fertigen Plugin benötigte Funktionen gänzlich fehlen, und mangels Eingriffsmöglichkeiten, auch nur schwer oder gar nicht nachgerüstet werden können. Die Passgenauigkeit auf den spezifischen Use Case des Online-Shops ist daher einer der wichtigsten Gründe, weshalb die Entwicklung individueller Plugins eine sinnvolle Alternative darstellen kann. Wird die Shop-Erweiterung genau auf den Use Case angepasst, werden außerdem Überschneidungen zu anderen Plugins vermieden.

KI macht´s möglich, aber nicht ganz ohne Aufwand.

Schnellere Entwicklung durch KI-gestützte Prozesse

Die Entwicklung individueller Plugins ist heute erheblich schneller möglich als noch vor wenigen Jahren, was vor allem auch der rasanten Entwicklung von künstlicher Intelligenz zu verdanken ist. Die dadurch geringere Time To Market macht es heute interessanter denn je Erweiterungen auch individuell zu erstellen. KI-unterstützt können Unternehmen heute mit etwas Know How im eigenen Team oder mit einer spezialisierten Agentur solche Erweiterungen kostengünstig erstellen und sie genau anhand des vorliegenden Use Case und dessen Anforderung modellieren. So hat das Unternehmen die vollständige Kontrolle über den eigenen Code und kann Änderungen und Erweiterungen am Funktionsumfang des Plugins jederzeit flexibel vornehmen. Ganz ohne Lizenzgebühren, die an etwaige Anbieter bezahlt werden müssten.

Volle Kontrolle bei gleichzeitiger Verantwortung

Das bedeutet jedoch auch, dass die regelmäßige Wartung sowie die Anpassung an neue System-Versionen ebenfalls selbst oder durch eine Agentur durchgeführt werden muss. Und ob das entwickelte Plugin wie geplant funktioniert und sowohl im täglichen Einsatz des Händlers als auch bei den Kundinnen und Kunden angenommen wird, sollte ebenfalls getestet werden. Hier verliert das zunächst schnell erstellte, individuelle Plugin wieder etwas an Zeit.

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Welche Plugin-Lösung sinnvoll ist, hängt maßgeblich von Unternehmensgröße, Budget und dem konkreten Use Case ab.

Welche Lösung passt? Unternehmensgröße, Budget und Use Case entscheiden

Faktoren, die die Wahl bestimmen

Bei der Entscheidung zwischen Standard-Plugins und individuellen Lösungen spielen mehrere Faktoren eine Rolle: Neben Unternehmensgröße, Budget und dem konkreten Use Case sind auch technische Voraussetzungen, die vorhandenen Entwicklerkapazitäten, die langfristige Wartung und Skalierbarkeit sowie rechtliche Anforderungen entscheidend. Nur wer diese Aspekte im Blick hat, kann sicherstellen, dass die gewählte Lösung sowohl heute als auch in Zukunft optimal zum Unternehmen passt.

KI als leistungsstarke Lösung für individuelle Anforderungen

Auf die Entscheidung, welche der beiden Lösungen es werden soll, haben viele Aspekte Einfluss. Die KI-gestützte Entwicklung kann heute bereits die bessere Lösung sein, insbesondere wenn ein Plugin exakt auf die Anforderungen zugeschnitten werden soll. KI ist lernend, adaptiv und entwickelt sich stetig weiter, sodass sie schnell und flexibel individuelle Erweiterungen ermöglicht. Unternehmen können so maßgeschneiderte Plugins erstellen, die optimal auf ihren Use Case abgestimmt sind, ohne auf Standardlösungen angewiesen zu sein.

Gegenüberstellung "Make or Buy?"

Kategorie KI-gestützte individuelle Entwicklung (Make) Ready-Made Plugins (Buy)
Passgenauigkeit auf den Use Case Sehr hoch – das Plugin wird exakt für die Anforderungen entwickelt Mittel – Standardfunktionen passen oft, Spezialanforderungen fehlen
Time-to-Market Mittel – KI verkürzt die Entwicklungszeit, aber Tests und Anpassungen dauern Hoch – sofort einsatzbereit, sofortige Integration möglich
Kosten Variabel – anfänglich höher, keine Lizenzgebühren, langfristig kosteneffizient Niedrig bis mittel – meist Abo-Modell, laufende Gebühren auch ohne Änderungen
Flexibilität & Kontrolle Sehr hoch – volle Kontrolle über Funktionen, Anpassungen jederzeit möglich Gering – eingeschränkte Anpassung, Abhängigkeit vom Anbieter
Wartung & Updates Eigenverantwortlich – selbst oder durch Agentur, erfordert Know-how Abhängig – Anbieter übernimmt Wartung, Updates werden automatisch geliefert
Skalierbarkeit Hoch – kann an zukünftige Anforderungen angepasst werden Mittel – Anpassungen abhängig von neuen Versionen oder zusätzlichen Plugins
Abhängigkeit von Drittanbietern Sehr gering – Plugin gehört vollständig dem Unternehmen Hoch – Nutzung, Updates und Support abhängig vom Anbieter
Über den Autor
Dominik Krebs
Gründer und Geschäftsführer der E-Commerce Agentur NETZKOLLEKTIV GmbH