Glossar

A

  • A2A-Payment

    Zahlung, die direkt von Bankkonto zu Bankkonto läuft, ohne Karten- oder Wallet-Umweg – aus Kostensicht interessant, beim Endkunden aber noch kein Selbstläufer.

  • AbsFinAG

    Neues Aufsichtsgesetz, das auch Händler ohne eigene Banklizenz, die Rechnungskauf oder Ratenzahlung im Eigengeschäft anbieten, unter eine mögliche BaFin-Aufsicht stellen kann.

  • Ausfallrisiko

    Das Risiko, dass eine Kundin oder ein Kunde eine Rechnung, Rate oder einen Kredit nicht zurückzahlt. Bei vielen Finanzierungspartnern trägt der Anbieter dieses Risiko statt des Händlers.

  • Average Order Value

    Der durchschnittliche Bestellwert pro Kauf. Eine zentrale Kennzahl, um die Wirkung von Zahlungsarten wie Ratenkauf auf den Umsatz pro Bestellung zu messen.

B

  • BaFin

    Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht – die deutsche Aufsichtsbehörde für Banken und zunehmend auch für Anbieter von Absatzfinanzierung und BNPL-Modellen.

  • BNPL

    Sammelbegriff für alle Zahlarten, bei denen Kundinnen und Kunden erst nach dem Kauf zahlen – von der kurzfristigen Stundung über Rechnungskauf bis zum Ratenkauf. Die Ausprägungen unterscheiden sich stark in Laufzeit, Regulierung und Risiko.

  • Bonitätsprüfung

    Prüfung, ob eine Kundin oder ein Kunde voraussichtlich in der Lage ist, eine Finanzierung zurückzuzahlen. Grundlage für die Kreditentscheidung bei Ratenkauf, Rechnungskauf und Kredit.

  • Break-even

    Der Zeitpunkt oder Umsatzpunkt, ab dem die Einnahmen einer Maßnahme (z. B. Integration einer neuen Zahlungsart) deren Kosten decken.

C

  • Cart-Abandonment-Rate

    Anteil der Nutzerinnen und Nutzer, die einen Artikel in den Warenkorb legen, den Kauf aber nicht abschließen. Eine fehlende Wunsch-Zahlungsart zählt zu den häufigsten Gründen.

  • Chargeback

    Rückbuchung einer Zahlung, meist durch den Karteninhaber oder dessen Bank veranlasst, etwa bei Reklamationen oder Betrugsverdacht. Ein Kostenrisiko, das Händler im Blick behalten sollten.

  • Checkout-Completion-Rate

    Anteil der Nutzerinnen und Nutzer, die den Bezahlprozess starten und auch abschließen. Im Unterschied zur Cart-Abandonment-Rate misst sie gezielt die Effizienz des Bezahlschritts.

  • Compliance-Kosten

    Kosten, die einem Unternehmen entstehen, um regulatorische Vorgaben (z. B. Kreditwürdigkeitsprüfung, Dokumentationspflichten) einzuhalten.

  • Conversion Rate

    Anteil der Besucherinnen und Besucher eines Online-Shops, die einen Kauf tatsächlich abschließen. Eine der wichtigsten Kennzahlen zur Bewertung von Checkout und Zahlungsarten.

  • Customer Lifetime Value

    Der über die gesamte Kundenbeziehung hinweg erwartete wirtschaftliche Wert einer Kundin oder eines Kunden – steigt typischerweise mit Kundenbindung und Wiederkaufsrate.

D

  • Digital Wallet

    Digitale Geldbörse auf dem Smartphone (z. B. Apple Pay, Google Pay), über die Kundinnen und Kunden im Checkout mit einem Klick bezahlen können.

  • Disagio

    Prozentualer Abschlag vom Händlerumsatz, den der Händler an den Zahlungsanbieter für eine Ratenkauf- oder Finanzierungslösung zahlt – vergleichbar mit einer Transaktionsgebühr.

E

  • Effektiver Jahreszins

    Prozentsatz, der alle Kosten einer Finanzierung auf ein Jahr umgerechnet abbildet und Angebote verschiedener Anbieter vergleichbar macht.

  • Embedded Finance

    Nahtlose Einbettung von Finanzierungs- und Zahlungsfunktionen direkt in den Checkout-Prozess eines Händlers, sodass die Finanzierung nicht mehr als separater Schritt wahrgenommen wird.

  • EU-Verbraucherkreditrichtlinie

    Neue EU-Richtlinie, die ab November 2026 auch kurzfristige BNPL-Modelle und Kleinkredite unter 200 Euro einer verpflichtenden Bonitätsprüfung und strengeren Informationspflichten unterwirft.

F

  • Factoring

    Verkauf offener Forderungen an einen Finanzierungspartner, der dafür sofort Liquidität bereitstellt und im Gegenzug das Ausfallrisiko sowie das Forderungsmanagement übernimmt.

  • Forbearance-Pflichten

    Pflicht von Kreditgebern, Kundinnen und Kunden bei Zahlungsschwierigkeiten Stundungs- oder Unterstützungsmaßnahmen anzubieten, statt sofort zu mahnen oder zu kündigen.

  • Forderungsmanagement

    Prozesse rund um offene Zahlungsforderungen, inklusive Mahnwesen. Bei der Forderungsabtretung tritt der Händler seine Forderung an einen Finanzierungspartner ab, der das Ausfallrisiko übernimmt.

  • Fraud as a Service

    Illegale Dienstleistungen im Darknet, die Betrügerinnen und Betrügern fertige Werkzeuge (z. B. anonyme SIM-Karten) für Kredit- und Bestellbetrug anbieten.

G

  • Girocard

    Die klassische deutsche Debitkarte für bargeldloses Bezahlen am Point of Sale – weiterhin die umsatzstärkste Kartenart im stationären Handel.

  • Guardrail-Metriken

    Zusätzliche Kennzahlen (z. B. Zahlungsabbruchrate, Chargeback-Quote), die unabhängig vom Haupt-KPI überwacht werden, damit ein positiver Testeffekt nicht unbemerkt negative Nebenwirkungen hat.

  • GuV

    Buchhalterische Aufstellung von Erträgen und Aufwendungen eines Unternehmens. Zusatzkosten durch neue regulatorische Pflichten werden oft erst hier sichtbar.

H

  • Headless Commerce

    Architektur, bei der Frontend (z. B. Checkout-Oberfläche) und Backend eines Online-Shops technisch getrennt sind – ermöglicht individuelle Checkout-Gestaltung, erhöht aber die technische Komplexität.

I

  • ICE-Score

    Priorisierungs-Frameworks aus dem Produktmanagement, mit denen Checkout- und Payment-Testideen anhand von Kennzahlen wie Wirkung, Vertrauen in die Daten und Aufwand vergleichbar gemacht werden.

  • Instant Payments

    Zahlungen, die in Echtzeit – meist innerhalb von Sekunden – zwischen Konten ausgeführt und gutgeschrieben werden.

K

  • Konditionsstabilität

    Verlässlichkeit, mit der ein Finanzierungspartner seine Gebühren und Vertragsbedingungen über die Zeit stabil hält, statt sie kurzfristig zu ändern.

  • Konsumentenkredit

    Klassischer Bankkredit für private Anschaffungen, meist mit Bankgespräch und längerer Bearbeitungszeit – im Gegensatz zur digitalen Ratenkauf-Strecke im Checkout mit Echtzeit-Entscheidung.

  • KPI

    Messbare Kennzahl, mit der der Erfolg einer Maßnahme – etwa im Checkout oder bei einer neuen Zahlungsart – nachvollziehbar bewertet wird.

  • Kreditkauf

    Variante des BNPL-Modells für höhere Summen und längere Laufzeiten mit vollständiger, regulierter Bonitätsprüfung – die 'schwerste' Form der Ratenfinanzierung im Zahlungsarten-Mix.

  • Kreditwürdigkeitsprüfung

    Regulatorisch vorgeschriebene, systematische Prüfung der Rückzahlungsfähigkeit anhand nachvollziehbarer Kriterien (Einkommen, Ausgaben, Verpflichtungen) – strenger als eine einfache Bonitätsabfrage.

  • Kundenhoheit

    Die Frage, wem die Beziehung zum Endkunden nach dem Kauf gehört – dem Händler oder dem Zahlungs-/BNPL-Anbieter, der Kundendaten und Kommunikation in ein eigenes Ökosystem verlagern kann.

M

  • Merchant Discount Rate

    Prozentualer Anteil des Warenkorbwerts, den Händler pro Transaktion an einen BNPL-Anbieter zahlen. Das zentrale Gebührenmodell vieler BNPL-Plattformen.

N

  • Net Promoter Score

    Kennzahl zur Kundenzufriedenheit und -loyalität, die über die Frage nach der Weiterempfehlungsbereitschaft ermittelt wird.

  • NFC

    Funktechnologie für kontaktloses Bezahlen auf kurze Distanz, Grundlage für das Bezahlen mit Karte oder Smartphone durch einfaches Hinhalten am Terminal.

O

  • Omnichannel-Fähigkeit

    Fähigkeit eines Zahlungs- oder Finanzierungsangebots, über alle Vertriebskanäle hinweg (Online-Shop, Ladengeschäft, Außendienst) einheitlich verfügbar zu sein.

P

  • Pay in 3

    BNPL-Variante, bei der der Kaufpreis zinsfrei in drei oder vier Raten über kurze Zeiträume aufgeteilt wird – meist ohne umfassende Bonitätsprüfung, was sich durch neue Regulierung ändert.

  • Payment Service Provider

    Dienstleister, der als technische Schnittstelle mehrere Zahlungsarten für einen Online-Shop bündelt, ohne selbst die Finanzierung oder das Ausfallrisiko zu übernehmen.

  • Payment-Mix

    Die Kombination der im Checkout angebotenen Zahlungsarten. Ein ausgewogener Payment-Mix verbindet hohe Kundenakzeptanz mit kontrollierbaren Kosten und Risiken.

  • Point of Sale

    Der physische Ort des Verkaufs, also die Kasse im Ladengeschäft – im Gegensatz zum Online-Checkout. Viele Zahlungsarten unterscheiden sich in ihrer Verfügbarkeit am PoS.

R

  • Ratenkauf

    Der Kaufpreis wird in festen monatlichen Raten über einen vereinbarten Zeitraum bezahlt. Der Händler erhält den vollen Betrag meist sofort vom Anbieter, der auch das Ausfallrisiko trägt.

  • Ratenkredit

    Klassisches Bankprodukt mit fester Laufzeit, gebundenem Sollzins und vollständiger Bonitätsprüfung – typischerweise für höhere Beträge und längere Laufzeiten als beim reinen Ratenkauf.

  • Ratenzahlung

    Oberbegriff für jede Form der Teilzahlung eines Kaufpreises – von der klassischen Ratenzahlung über Kreditkarten-Teilzahlung bis zu kurzfristigen BNPL-Modellen mit wenigen zinsfreien Raten.

  • Rechnungskauf

    Der Kunde erhält die Ware zuerst und zahlt den vollen Betrag danach in einer Summe, typischerweise innerhalb von 14 bis 30 Tagen. Zählt zu den beliebtesten Zahlarten im deutschen Online-Handel.

  • Retourenquote

    Anteil der gekauften Waren, die von Kundinnen und Kunden zurückgeschickt werden. Beeinflusst maßgeblich, ob sich eine Finanzierungsoption für den Händler wirtschaftlich lohnt.

S

  • Sandbox-Umgebung

    Testumgebung eines Zahlungsanbieters, in der Händler eine neue Zahlungsart risikofrei technisch integrieren und ausprobieren können, bevor sie live geschaltet wird.

  • Schufa

    Deutsche Auskunftei, die Bonitätsdaten von Verbraucherinnen und Verbrauchern sammelt und Kreditgebern zur Risikoeinschätzung bereitstellt. Die 'Schufa-Prüfung' ist Standard bei regulierten Finanzierungen.

  • Scoring

    Automatisiertes Verfahren, das anhand verschiedener Datenpunkte eine Risikoeinschätzung zu einer Kundin oder einem Kunden berechnet und darüber entscheidet, ob eine Finanzierung gewährt wird.

  • SEPA-Lastschrift

    Europaweit einheitliches Verfahren zum Einzug von Zahlungen vom Bankkonto der Kundin bzw. des Kunden. Für die Nutzung dürfen Händler keine Extra-Gebühren verlangen.

  • Sollzins

    Der reine Zinssatz einer Finanzierung ohne weitere Kosten – im Unterschied zum effektiven Jahreszins, der zusätzliche Gebühren einschließt.

  • Später zahlen

    Kurzfristiger, meist zinsfreier Zahlungsaufschub von rund 30 Tagen – eine der einfachsten BNPL-Varianten für kleinere bis mittlere Warenkörbe.

T

  • TAN

    Einmaliger Code zur Bestätigung einer Zahlung oder Bestellung, meist per SMS oder App zugestellt – ein zentraler Baustein der Zwei-Faktor-Absicherung.

  • Tokenisierung

    Sicherheitsverfahren, bei dem sensible Kartendaten durch einmalige Platzhalter (Token) ersetzt werden, um das Risiko von Datenmissbrauch bei Zahlungen zu senken.

Ü

  • Überschuldungsprävention

    Maßnahmen von Kreditgebern, um zu verhindern, dass Kundinnen und Kunden mehr Finanzierungen aufnehmen, als sie zurückzahlen können – zentraler Baustein verantwortungsvoller Kreditvergabe.

W

  • Wero

    Neue europäische Bezahllösung (Wallet), die als gemeinsame Alternative europäischer Banken zu internationalen Zahlungsanbietern positioniert wird.

  • White-Label-Lösung

    Zahlungs- oder Finanzierungslösung eines Anbieters, die unter der eigenen Marke des Händlers erscheint, sodass für Kundinnen und Kunden nicht sichtbar ist, wer die Finanzierung technisch abwickelt.

Z

  • Zahlungsziel

    Der vereinbarte Zeitraum, innerhalb dessen eine Zahlung nach Lieferung fällig ist, etwa 30 Tage beim Rechnungskauf.