Hannes Hack #21: Action Bias
Action Bias im E-Commerce – Wenn zu viel Aktion nicht zum Ziel führt
Im Online-Handel gibt es immer etwas zu tun: Optimierungen, Kampagnen, neue Features. Doch wer sich ohne klare Strategie in Aufgaben stürzt, verliert oft den Überblick. Hannes erklärt, warum nicht jede schnelle Entscheidung sinnvoll ist und wie du erkennst, welche Maßnahmen wirklich Wirkung zeigen.
Produktivität statt blinder Aktionismus – Drei Tipps für mehr Fokus
Hannes teilt seine besten Methoden, um den Action Bias zu durchbrechen: von klarem Priorisieren über smarte To-Do-Listen bis hin zu bewährten Entscheidungsstrategien. Wie gehst du mit stressigen To-Do-Listen um?
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Transkript
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Action Bias
Im Video erklärt Hannes, was Action Bias ist, warum er in unsicheren Projektphasen entsteht und mit welchen drei persönlichen Regeln er selbst versucht, aus dem Panik-Modus wieder herauszukommen.
Wenn keiner weiß, was Sache ist und wo es hingeht, wenn der Plan etwas wackelig ist, kommt Unsicherheit auf. Und in dieser Unsicherheit entsteht Action Bias: Man verfällt in eine Art Panik-Modus und macht einfach möglichst viel gleichzeitig. Ehrlich gesagt stelle ich das bei mir selbst manchmal fest, wenn ich an einem Konzept sitze und nicht so recht weiterkomme – dann mache ich plötzlich alle Dinge auf einmal. Und das ist ganz klar ein Fehler, über den ich kurz sprechen möchte, ich habe mir das extra noch einmal aufgeschrieben.
Action Bias bezeichnet in den Verhaltenswissenschaften die Neigung, auch dann aktiv zu werden, wenn das Handeln voraussichtlich nutzlos ist. Als Beispiel wird gerne der Torwart beim Elfmeter genommen: Er springt beim Schuss meistens nach links oder rechts, obwohl es statistisch betrachtet am besten wäre, einfach in der Mitte stehen zu bleiben, weil der Ball überall hin fliegen kann. Genauso ist es, wenn du nicht mehr weiterweißt, zu viel auf dem Tisch liegt und deine Prioritäten gerade verloren gehen: Dann verfällst du in einen Modus, in dem du alles gleichzeitig machst. Ich merke das immer daran, dass ich abends um 22 Uhr nach Hause gehe und eigentlich gar nichts geschafft habe. Das ist Action Bias, der Panik-Modus – und den solltest du in einem Projekt, in einem Unternehmen, aber auch bei dir selbst am Schreibtisch unbedingt verhindern.
Ich habe mir dafür mindestens drei Regeln zurechtgelegt: Erstens hat mir mal jemand gesagt: Wenn du merkst, der Arbeitstag wird nichts mehr, dann geh einfach sofort heim. Das mache ich zwar nicht immer wirklich, aber ich gehe dann zumindest raus aus dem Büro, erst mal einen Kaffee trinken, und komme danach wieder – das ist mein echter Hack: Wenn der Tag schlecht läuft, mach eine Pause oder beende ihn. Zweitens: Wenn zu viel im Kopf herumschwirrt und du am liebsten alles gleichzeitig machen würdest, dann tu das bitte nicht, sondern schreib dir erst einmal alles auf einen Zettel. Wenn es dort steht, wird es meistens auch viel klarer, und du kommst vielleicht schon allein wieder aus dem Action-Modus heraus. Drittens: Wenn es zu kompliziert wird – an manchen Tagen bin ich einfach nicht so schlau, an anderen mehr –, dann verschiebe es lieber. Denn im Action-Modus denkst du noch komplizierter, und am nächsten Tag verstehst du es sowieso nicht mehr. Also lass die komplizierten Dinge liegen, so wie ich das zum Beispiel gerade mit meiner Reisekostenabrechnung vom letzten Jahr mache. Action Bias, der Panik-Modus, kommt überall vor – wann hattest du deinen zuletzt?
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